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Immobilien in München, 8435 Ergebnisse

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Ort der Vielfalt und des Wandels
Bereits 1175 bekam München Stadtrecht und baute die erste Befestigungsmauer, deren Verlauf heute den Bereich Altstadt begrenzt. Das Lehel und die Grannenau gehören zu den gesuchtesten und teuersten Wohngegenden innerhalb Münchens, dicht gefolgt vom immer noch beliebten Schwabing, das aber in den letzten Jahren seine Vorrangstellung bei Insidern zugunsten von Thalkirchen mit dem Schlachthofviertel etwas verlor. Auch wenn die Stadt im Zweiten Weltkrieg (1939-1945) schwere Schäden erlitt, blieben eine große Zahl der alten Gebäude sowie ganze Straßenzüge erhalten, die Stadt achtet heute sehr darauf, dass bei der noch bestehenden Altsubstanz nicht die Bausünden der fünfziger bis siebziger Jahre wiederholt werden. Eines der bekanntesten Negativbeispiele dafür dürfte der Kaufhof am Marienplatz sein, dessen Bauweise den Gesamteindruck des ansonsten gut erhaltenen beziehungsweise restaurierten Stadtmittelpunktes empfindlich stört - bis ins einundzwanzigste Jahrhundert gibt es viele Münchner, die sich mit dem Bau nicht abfinden können.

Die Metropole leidet generell unter chronischem Wohnraummangel, als ein der beliebtesten Wohn- und Arbeitsorte Deutschlands steigt die Zahl der Zuzüge kontinuierlich an. Die Kompromisslösung der Stadtverwaltung ist, dass sie den Abriss der Altsubstanz verbietet, dafür aber Kernsanierungen zustimmt oder bei Baulücken eine entsprechende Anpassung an das Straßenbild fordert. So bekam die schönen Gründerzeithäuser (1850-1914, je nach Definition) in der Klenzestraße (zwischen Isarvorstadt und Sendlinger Tor) ein neues Innenleben, ähnlich wie die Bebauung an der Münchener Freiheit (Schwabing). Der Nachteil dieser Politik liegt allerdings darin, dass die Wohnungen dadurch so teuer werden, dass sie für den "Normalverdiener" kaum mehr bezahlbar sind und sich in München langsam aber sicher eine Art Stadtflucht entwickelt.

Ein anderer sehr hübscher Stadtbereich ist die Gegend rund um den Viktualienmarkt Richtung Thal bis zum Hofgarten. Die ältesten Gebäude der Stadt stehen hier, die Gassen sind verwinkelt und für den Durchgangsverkehr gesperrt. Allerdings hat sich das Thal zwischen Marienplatz und Isartorplatz in den letzten Jahren vom reinen Einkaufs- und Wohngebiet mit netten Restaurants zu einer Art Jugendtreff entwickelt, im Thal kommt es in letzter Zeit immer häufiger zu Lärmbelästigungen. Noch schlimmer hat es den Gärtnerplatz getroffen, der bis vor zehn Jahren ein Nobelviertel von München war, hier treffen sich inzwischen die aus dem neu gestalteten Ostbahnhof vertriebenen Drogensüchtigen und Obdachlosen.

Ruhig geht es im edlen Nymphenburg zu, einem Stadtteil, der noch immer vom Schloss und von den alten Villen und Häusern in schönen Gärten mit altem Baumbestand geprägt ist. Hinter der Schlossanlage von Nymphenburg, im Anschluss an den Schlosspark, befinden sich eine Kleingartenanlage und große Grünflächen, die lange Spaziergänge in fast unberührter Natur erlauben. Die Bebauung entlang der Wotanstraße, vom Laimer Bahnhof zum Nymphenburger Kanal, lässt kaum vermuten, welche Pracht und Vielfalt der Stadtteil bietet. Zu den negativ belegten Stadtteilen Münchens gehört neben dem ehemals gefürchteten Hasenbergl inzwischen Neuperlach. Das Hasenbergl war immer ein Problemviertel mit vielen Sozialhilfeempfängern und einem hohen Ausländeranteil, soziale Spannungen gehörten zur Tagesordnung. Aufgrund einer gelungenen Stadtpolitik, der Sanierung der Häuser und der Erstellung neuer Wohngebiete mit der durchaus gelungenen Architektur befindet sich das Image langsam im Wandel, es ziehen immer mehr junge Menschen in den Stadtbezirk. Ganz anders Neuperlach, die in den siebziger Jahren billig erbauten Sozialwohnungen der Satellitenstadt gelten als marode, die Wohnungen im Verhältnis zur Reststadt als billig. Neuperlach hat inzwischen denselben schlechten Ruf, unter dem das Hasenbergl die letzten Jahrzehnte zu leiden hatte.
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